Auferstehung bedeutet, dass Gott einen Menschen, der bereits gestorben ist wieder lebendig macht (auferweckt). Die Auferstehung von Jesus ist das grundlegende Ereignis der christlichen Geschichte – und der Grund, warum wir Ostern feiern. Der Apostel (Gesandter) Paulus sagt, dass wer Jesus als Herrn bekennt und in seinem Herzen glaubt, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, gerettet wird (-> Heil; gerettet sein). Diese Rettung beginnt hier auf der Erde und wirkt sich aus bis in die Ewigkeit (-> Himmel).

Zur Zeit von Jesus wurde eine Person, die sich taufen (-> Taufe) liess im Wasser vollständig untergetaucht. Paulus vergleicht dieses untertauchen mit dem Sterben von Jesus am -> Kreuz (vgl. NT, Galaterbrief 2,19). Der Mensch, der sich taufen lässt, nimmt den -> stellvertretenden Opfertod von Jesus für sich persönlich in Anspruch. Er muss nicht weiter gottlos leben (vgl. NT, Römerbrief 6,1-23). Das Aufstehen des Täuflings aus dem Wasser symbolisiert demnach die Auferstehung von Jesus (vgl. NT, Kolosserbrief 2,12). Ohne seine Auferstehung wäre der Tod von Jesus lediglich der Schlussstrich unter einem vorbildhaften Leben gewesen – und unser Glaube an ihn sinnlos (vgl. NT, 1. Korintherbrief 15,12-19). Dann wäre Jesus nur einer von vielen Idealisten gewesen, die damals für die Verfechtung ihrer Ideologie einen hohen Preis zahlten: Tod – aus – vorbei!

Zugegeben, es ist eine Herausforderung, an etwas zu glauben, was offensichtlich ein Wunder ist. Da begeistert es mich immer wieder neu, wie ehrlich und menschlich solche Probleme in der Bibel behandelt werden. An mehreren Stellen wird berichtet, dass sogar die engsten Freunde von Jesus (zunächst) an seiner Auferstehung zweifelten: Zum Beispiel Thomas (NT, Johannes 20,25) oder die Apostel, bzw. seine Schüler (NT, Lukas 24,11; Matthäus 28,17). Letztlich ist es eine Glaubensfrage, die aber, wenn man den Glauben wagt, sich durch die persönliche Erfahrung beantworten lässt. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass heute auch in den sogenannt exakten Wissenschaften (z.B. Naturwissenschaften) eine Annahme solange als „wahr“ gilt, bis sie widerlegt wird. In meinem Leben erfahre ich immer wieder, dass der -> heilige Geist (als Vertreter von Jesus) hineinwirkt. Sei dies, dass ich merke, wie eine Last von mir abfällt, wenn ich Jesus im Gebet um Vergebung bitte, oder wenn ich im Alltag realisiere, dass die Gegebenheit, welche ich gerade erlebe, nicht einfach „Zufall“ ist.

Als rational denkender Mensch fragte ich mich jedoch, ob es wirklich keine sachlichen Argumente für die Auferstehung gebe. Dabei bin ich auf eine zwar indirekte aber meines Erachtens überzeugende Thematik gestossen: Die Veränderung der Schüler von Jesus.

Diese waren nach dem Tod von Jesus völlig resigniert (vgl. NT, Lukas 24,21a). Dass ihr Meister als Verbrecher hingerichtet würde, war das letzte, was sie erwartet hatten. Auch ihr Glaube war zerstört, denn nach dem jüdischen Verständnis war einer, der am Kreuz hingerichtet wurde, von Gott verflucht (-> Kreuz). Dieser Jesus konnte also unmöglich Gottes Sohn sein. Aus Angst vor dem, was auch ihnen jetzt zustossen könnte, schlossen sie sich in ihrem Versammlungslokal ein (vgl. NT, Johannes 20,19). Die Angst war begründet, denn sie hatten sowohl die jüdischen, wie auch die römischen Führer gegen sich. Die jüdischen Führer sahen in Jesus einerseits einen Gotteslästerer (vgl. NT, Johannes 10,33) und andererseits einen religiösen Verführer (vgl. NT, Matthäus 27, 63f; -> Irrlehre). Die römischen Führer mussten Jesus aufgrund der Anklage der jüdischen Führer als jüdischen Freiheitskämpfer (Zelot, vgl. Lukas-Evangelium 6,15); bzw. als selbsternannten König (vgl. NT, Johannes 19, 12; Lukas 23,2) und damit als Staatsfeind sehen. Es musste den Schülern von Jesus als Bestes erschienen sein, die ganze Sache, zwar schweren Herzens, doch möglichst schnell zu vergessen.

Doch es kam ganz anders. Wenige Tage nach der Hinrichtung von Jesus predigt Petrus am jüdischen Passahfest in Jerusalem zu tausenden von Pilgern aus der ganzen Welt, dass Gott eben diesen Jesus von den Toten auferweckt habe (vgl. NT, Apostelgeschichte 2,14ff). Was bewegte Petrus, der noch wenige Wochen zuvor aus Angst leugnete, Jesus überhaupt zu kennen, diesen jetzt furchtlos öffentlich zu bekennen? In der Bibel wird beschrieben, dass Petrus in der Zwischenzeit dem auferstandenen Jesus begegnet ist (vgl. NT, Johannes, Kap. 21). Die Wirkung dieser Begegnung ging so weit, dass Petrus und viele andere Jesusgläubige für die -> Verkündigung des –-> Evangeliums sogar Gefängnis und Tod in Kauf nahmen (Nachzulesen in den ersten Kapiteln der Apostelgeschichte). Es scheint mir unwahrscheinlich, dass diese Menschen, welche zum Teil Jesus persönlich gekannt hatten, dieses Risiko nur zur Verbreitung einer Lüge (NT, Matthäus 27,62-66) auf sich genommen hätten. Ich bezweifle auch, dass lediglich aufgrund einer Lüge in wenigen Tagen nach der Pfingstpredigt von Petrus eine „Megachurch“ mit rund 10‘000 Anhängern entstanden wäre. Eine neue Bewegung, die notabene die jüdischen Religionsführer so eifersüchtig machte (NT, Apostelgeschichte 5,17), dass sie begannen, diese bis auf’s Blut zu verfolgen (vgl. NT, Apostelgeschichte 8,1-3; 9,1f). So kann man abschliessend sagen, dass die Verhaltensänderung der Schüler von Jesus nach dessen Tod alle Logik vermissen lässt. Diese Veränderung musste ein übernatürliches Ereignis bewirkt haben – Die Auferstehung!

Dieser Auferstehungsglaube wirkt auch heute noch – und leider werden weltweit auch immer noch viele Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt und umgebracht. Infos dazu finden sich unter: opendoors.de. Wer sich vertieft mit Auferstehung von Jesus Christus befassen möchte, dem sei folgendes Buch empfohlen: Geschichtlichkeit der Auferstehung Christi von Gerhard Pfohl, erschienen 2004 im VTR-Verlag in Nürnberg.

Und die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Mit der Auferweckung von Jesus hat Gott bereits vor 2000 Jahren ein neues Zeitalter eingeläutet: Alle, die seither im Glauben an den auferstandenen Jesus gestorben sind, wird Gott ebenfalls auferwecken – zur ewigen Gemeinschaft mit ihm (vgl. NT, 1. Korintherbrief 15,20-23; Römerbrief 8,11).