Sünde ist grundsätzlich alles, was zwischen mir und Gott steht. Auf der einen Seite gibt es da die klaren Übertretungen von Gottes Geboten, z.B. nichts Falsches über unsere Mitmenschen zu sagen (AT, 2. Mose 20,16). Auf der anderen Seite gibt es Dinge, bei denen wir zutiefst im Herzen wissen, dass sie nicht richtig sind, ohne dass es uns jemand gesagt hätte (vgl. AT, Jeremia 31,33b).

Weiter gibt es Dinge oder Aktivitäten, die Gott den ersten Platz in unserem Leben streitig machen. Da wird‘s persönlich. Viel Geld zu haben, ist noch keine Sünde. Sein Vertrauen allein auf’s Geld zu setzen und es zum Mittelpunkt des Lebens zu machen, hingegen schon. Das gilt für alle Bereiche: Arbeit, Sport, Schönheit, Unabhängigkeit, etc.

In der Bibel wird eindringlich vor der Sünde gewarnt; nicht weil uns Gott etwas verbieten will, sondern weil er uns etwas ersparen will. „Der Lohn der Sünde ist der Tod!“ (NT, Römer 6,23) Hier ist nebst dem physischen Tod (AT, 1. Mose 2,16+17) auch ein geistlicher Tod gemeint. Durch die Sünde wird die Beziehung zu Gott unterbrochen (NT, Johannes 15,1-8; -> Hölle). Damit sind wir auch von seinem -> Segen getrennt (vgl. AT, Jeremia 5.25). Unser Problem ist, dass wir ein tief verwurzeltes Streben nach Unabhängigkeit haben – auch gegenüber Gott. Das Motto lautet: „selber gross“, „selber klug“, „selber…“. Sowohl im Alten, als auch im Neuen Testament heisst es, dass das Herz des Menschen böse sei (AT, 1. Mose 8,21d; NT, Matthäus 15,19). Als Christen dürfen wir aber Gott bitten, dass er uns durch den -> Heiligen Geist Kraft gibt, nach seinem guten Willen zu leben (vgl. NT, Philipper 2,13).

Versuchungen wird es immer geben. Der Reformator Martin Luther sagte mal: „Ich kann nicht verhindern, dass die Krähen über meinem Kopf kreisen. Aber ich kann verhindern, dass sie auf meinem Kopf ein Nest bauen…“. Das beginnt schon bei den Gedanken (AT, Sprüche 4,23, GNÜ; NT, Philipper 4,8; -> Busse). So, wie ich denke, funktioniere ich. Auf die Gedanken folgen die Gefühle und nach diesen handle ich. Gedanken sind aber, Gott sei Dank, veränderbar (vgl. NT, Römer 12,2). Gott lässt uns nicht im Regen stehen, wenn wir doch wieder gesündigt haben (vgl. NT, Römer 7,24+25a; 2. Timotheus 2,13). Wer den -> stellvertretenden Opfertod von Jesus annimmt, dem vergibt Gott alle Sünden – immer wieder (-> Vergebung; NT, 1. Johannes 1,9; Epheser 3,12).